My BlumenInsel

Ein Gartenexperiment

Das Projekt

The Project

MyBlumenInsel ist ein Gartenexperiment im öffentlichen Raum. In den 1950er-Jahren war diese Insel ein Parkplatz.

Historisches Schwarzweißfoto der Verkehrsinsel Kempener Straße, bevor sie zum Garten wurde

MyBlumenInsel, Kempener Str, Nippes 1958

Die Natur hat getan, was sie am besten kann, und sich den Platz zurückgeholt – sie wuchs in den Rissen des Asphalts, bis sie ihn schließlich vollständig überwucherte. Effektiv, aber nicht besonders hübsch.

Das wollen wir ändern, indem wir einen mehrjährigen Garten nach ein paar Leitideen anlegen.

Gütige Vernachlässigung
Das bedeutet, den Garten so zu gestalten, als würde sich niemand um ihn kümmern – im Grunde: Design für die eigene Überflüssigkeit. Dafür wählen wir Pflanzen, die sich nicht leicht ausbreiten oder zu groß werden, nicht in die Straße hineinwachsen, leicht auszugraben sind und wenig Pflege oder Wasser brauchen.

Naturnahes Gärtnern
Das kann heimische Arten bedeuten, aber vor allem bedeutetnaturnahes Gärtnern, für die vorhandenen Bedingungen zu pflanzen, statt die Bedingungen mit Bewässerung an die Pflanzen anzupassen.

Für die BlumenInsel heißt das: Pflanzen, die mit sehr wenig Wasser, voller Sonne, intensiver Hitze, steinigem Boden, ohne Dünger und starken Windböen zurechtkommen – und dabei trotzdem gut aussehen.

Begrünung der Nachbarschaft
Viele der Pflanzen, die wir auswählen, säen sich selbst aus, das heißt, sie erzeugen ganz von selbst neue Pflanzen. Andere lassen sich leicht teilen, wenn sie zu groß werden.

Der Plan ist, Pflanzen weiterzugeben, damit Nachbar*innen, die ihre eigene Mikro-BlumenInsel anlegen, mit Pflanzen starten können, die unter den lokalen Bedingungen gedeihen.

Freude
Diese größeren Konzepte sind schön und gut, aber der beste Grund, so ein Projekt zu machen, ist Freude. Die meisten von uns, die in der Stadt leben, bekommen selten die Chance, die Hände in die Erde zu stecken oder einen ausgewachsenen, mehrjährigen Garten mit all den Bienen, Schmetterlingen und Vögeln mit aufzubauen. Hier haben wir diese Chance.

Los geht's! 💪

▸Wer arbeitet an diesem Projekt mit?

MyBlumenInsel wurde von mir, Marcia Adair, 2021 mit sechzehn Lavendelpflanzen gegründet. Die Idee war damals, mitten in der Stadt ein Lavendelfeld anzulegen.

Als ich 2026 wieder angefangen habe, an dem Garten zu arbeiten, wollte ich ein Experiment mit trockenheitsresistenten Pflanzen machen. Ich war bereit, das allein zu tun. Aber zu meiner Überraschung (und Freude) habe ich festgestellt, dass Nachbar*innen mithelfen.

Manche haben beim Vorbeigehen Müll aus dem Garten aufgesammelt, jemand hat Mulch von seinem Hof mitgebracht, manche haben ihre Biotonne herübergerollt und beim Entsorgen geholfen. Hundebesitzer*innen achten darauf, dass ihre Hunde nicht in den Beeten graben. Es war wunderbar zu sehen, wie viel Wirkung viele kleine Schritte haben können.

Am schönsten ist, wie viele Menschen vorbeigekommen sind, um zu plaudern, oder vom Fahrrad aus Hallo gerufen haben. Es war eine Freude, euch alle kennenzulernen.

Die ehrliche Antwort auf die Frage, wer an diesem Projekt mitarbeitet, lautet also: wir alle. Jede*r auf ihre eigene Art. Besser hätte ich es nicht planen können.

▸Wo ist die BlumenInsel?

Die BlumenInsel liegt auf einer Verkehrsinsel an der Kempener Straße in Köln-Nippes.

▸Wie wird das Projekt finanziert?

Anfangs wurde das Projekt privat finanziert. Im September begannen Nachbar*innen, das Projekt zu unterstützen – eine wunderbare Überraschung. Das bedeutet, wir können die Infrastruktur schneller aufbauen und größere Pflanzen kaufen.

▸Was wir bisher gemacht haben

Diesen Sommer lag der Fokus darauf, die Bedingungen des Gartens zu verstehen – wo die Sonne hinfällt, wie gut der Boden Wasser hält, wie viel zusätzliches Wasser wir brauchten. Und auf dem Aufbau der Garteninfrastruktur.

Bisher haben wir:

  • 75 % der Asphaltfläche im Rahmen der Entsiegelung entfernt
  • 1.000 L Mulch verwendet, um 50 % der Insel einzufassen und 75 % der Wege abzustecken
  • 3.000 L Oberboden aufgebracht, um den vorhandenen Löß anzureichern
  • die Drainage zwischen Oberboden und Löß verbessert, damit die tiefen Baumwurzeln an Wasser kommen
  • mehr als 200 m Wurzeln des invasiven Götterbaums entfernt
  • ein paar Gräser und Sträucher gepflanzt
  • begonnen, die Beete so zu modellieren, dass sie Regenwasser besser speichern
  • den wilden Hundsrosenstrauch, der die Sichtachsen für den Verkehr blockierte, stark zurückgeschnitten
  • Grasmatten entfernt, die verhinderten, dass Wasser den darunterliegenden Boden erreicht
▸Was als Nächstes ansteht

Da dieser Garten ein Experiment ist, entwickelt er sich iterativ. Das heißt, die Pläne ändern sich, je mehr wir lernen. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die wir über Winter und Frühling ergänzen möchten, bevor die Pflanzen richtig loslegen.

Swales und Ollas
Es ist keine Bewässerung geplant, deshalb bauen wirSwales und experimentieren mit Ollas, um Wasser effizienter zu nutzen.

Zwei Hochbeete bauen

  • Sträßje – Schnittblumen, damit Nachbar*innen ein Stück Garten mit nach Hause nehmen können
  • mitBuddeln – ein Platz, an dem Nachbar*innen selbst etwas pflanzen können

Genehmigung der Stadt Köln einholen für:Sitzgelegenheiten, Beeteinfassungen, Wasserelemente.

Ausführlichere Pläne hier →

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Hilf mit, den Garten zu bauenSpenden, Pflanzen, Erde oder deine Zeit – hilf mit, die Insel weiter zu begrünen.